Wasserfall-Modell

Februar 18th, 2010

Beim traditionellen Wasserfall-Modell des Software-Engineering nach Ion Sommerville folgt ein Entwicklungsschritt auf den anderen und hat den großen Nachteil, dass der Test erst am Ende des Entwicklungsprozesses erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt sind Änderungen jedoch nur noch mit hohem Aufwand und hohen Kosten möglich.

Das Einbeziehen von Endbenutzern in die Entwicklung war nicht vorgesehen. Es ist zwar für jede Projektphase ein Evaluationsschritt eingeplant mit möglichem Schritt zurück in die vorherige Phase, aber diese Evaluation bezieht sich nur auf das technische Konzept, nicht auf die Benutzerorientierung.

Vereinfachte Version des Wasserfall-Modells für Software-Design und –Entwicklung nach Sommerville: Dennoch bietet auch das Wasserfall-Modell einige Vorteile und ist noch immer die Grundlage für viele Auftragsstandards in Behörden und Industrie:

Wasserfall-Modell
  • Alle Prozessphasen sind eindeutig definiert und deutlich voneinander separiert
  • Einfach verständlicher und zügiger Arbeitsablauf
  • Nur geringe Koordination durch ein übergeordnetes Projektmanagement notwendig
Beim Usability Engineering wird für die Entwicklung von Software eine Vorgehensweise vorgeschlagen, bei der die Benutzerschnittstelle schon früh evaluiert werden kann. Dabei sollen schon die ersten Entwürfe auf Papier mit Endbenutzern auf ihre Benutzungsfreundlichkeit getestet werden. Ist ein System schon beinahe fertig gestellt, schwinden die Chancen durch das Testen gefundene Verbesserungsmöglichkeiten umzusetzen. Diese Korrektur wäre zu zeitaufwändig und teuer.

Wirtschaftlichkeit

Februar 10th, 2010

Usability-Engineering ist zu Beginn des Produkt-Entwicklungsprozesses am effektivsten. Dadurch kann ein Drittel bis zur Hälfte der Entwicklungszeit eingespart werden (Scerbo, 1991). Die Entwicklungsprozesse von Software und Websites stehen fast immer unter immensem Zeitdruck. Durch unvorhergesehene technische Schwierigkeiten geraten Projektpläne oft durcheinander und alles verschiebt sich nach hinten. Der Druck auf das Team wird dadurch vor allem zum Ende des Projekts immer größer. Usability Engineering kann hier Zeit sparen, denn es hilft, zwischen möglichen Features eines Produktes oder einer Website zu priorisieren. Funktionalitäten, die den Nutzern weniger wichtig sind, müssen erst gar nicht entwickelt werden oder lassen sich auf später verschieben.

Als Daumenregel gilt ein Verhältnis von 1 : 6 : 10. Eine beliebige Fehlerbehebung, die während der Entwicklung noch X kostet, schlägt während der Implementierung schon mit dem Sechsfachen zu Buche und während der nachträglichen Wartung und Pflege kostet sie gar das Zehnfache (Landauer, 1995).

Quelle: (Scerbo, 1991), (Landauer, 1995)