Usability-Lifecycle

Februar 18th, 2010

Eines der bekanntesten, vollständigen Prozessmodelle ist der Usability Engineering Lifecycle von Deborah Mayhew. Dieser besteht aus 16 Aktivitäten, die in die drei Phasen Anforderungsanalyse, Design/Testen/Entwicklung und Installation unterteilt sind:

Usability Engineering Lifecycle Mayhew

Usability-Engineering

Februar 10th, 2010

Das Ziel von Usability Engineering (UE) ist die Operationalisierung von Usability, das heißt, sie soll messbar gemacht werden. Beispielsweise kann die Flexibilität des Designs dadurch gemessen werden, dass man testet, wie viele repräsentative Benutzer bestimmte Aufgaben erfüllen können. Dadurch sollen Systeme mit hoher ergonomischer Güte und aufgabengerechter Funktionalität entstehen.

Lifecycle Usability Engineering

Gemäß diesem optimierten Kreislauf sollte Usability Engineering ein iterativer Prozess sein, in dessen Verlauf die Usability eines Produktes immer wieder neu definiert, gemessen und verbessert wird.

Der gesamte Prozess dieser Usability-Optimierung wird unter dem Begriff des Usability Engineerings zusammengefasst, in dessen Verlauf die Usability eines Produkts definiert, gemessen und verbessert werden soll.

Usability Labor

Februar 10th, 2010

In einem Usability Lab werden Testpersonen in ein Labor eingeladen, in dem mit der entsprechenden Hard- bzw. Software und oft auch durch eine typische Büroatmosphäre die „reale“ Umgebung des Benutzers nachgestellt wird. In einem zweiten Raum können die Aktivitäten des Benutzers über einen Monitor oder einen einseitigen Spiegel von Versuchsleitern, Projektbeteiligten und Kunden verfolgt werden.

Usability Labor

Pro Zielgruppe werden zwischen sechs und zehn, teilweise aber auch bis zu zwölf Testpersonen eingeladen. Die Testdauer beträgt meist zwischen einer und 1,5 Stunden.

Die Testinhalte richten sich nach der Zielsetzung des Projekts (Beier, Gizycki, 2003:82). Mit einem Usability-Lab werden konkrete Nutzungshindernisse identifiziert und Optimierungsvorschläge abgeleitet.

Bei deutlich übereinstimmenden Beurteilungen bzw. Problemen der Nutzer lassen sich eindeutige Aussagen und Empfehlungen treffen. Allerdings sind Usability Labs zeit- und kostenaufwändig.

Quelle: (Beier, Gizycki, 2003:82)

Usability-Evaluation (Test)

Februar 10th, 2010

Rubin (1994) definiert Usability-Testing als ein Verfahren, die Software sowie je nach Fall auch ihre Schulungsmittel und Dokumentationen systematisch nach Usability-Kriterien hin zu überprüfen, indem ausgewählte Benutzer definierte Testaufgaben lösen müssen.

Usability-Tests konzentrieren sich auf die Ermittlung ob ein Produkt leicht erlernbar und zufriedenstellend bei der Benutzung ist und die gesamte Funktionalität enthält, die die Benutzer wünschen.

Für die ganzheitliche Nutzung eines Produkts sind also die Endnutzer die wichtigsten und aufschlussreichsten Testpersonen und stellen den letztlich absoluten Bewertungsmaßstab dar.

Usability-Probleme

Februar 10th, 2010

Usability-Probleme lassen sich grundsätzlich durch die Verletzung der
HeuristikenHeuristiken definieren:

Zur Auswertung kann man die Verletzungen beispielsweise in folgende Kategorien einteilen:

  • kein Usability Problem – Systemproblem
  • kosmetisches Problem – keine zwingende Behebung bei mangelnder Zeit (niedrigste Priorität)
  • kleines Usability-Problem – Behebung wünschenswert (geringe Priorität)
  • großes Usability-Problem – sollte so bald als möglich behoben werden (hohe Priorität)
  • katastrophales Usability-Problem – sollte vor Produkteinführung behoben werden (höchste Priorität)

User-centered-Design

Februar 10th, 2010

Ein zentraler Punkt von NutzertestNutzertest ist es, das Produkt möglichst auf den User abzustimmen und dessen Bedürfnisse vollständig abzubilden. User-centered-Design erfordert die volle Mitarbeit aller Beteiligten, um den Nutzer von allen Teilaspekten der Gestaltung her zu beleuchten (Strukturierung, Design, Programmierung…). Zudem sollten natürlich potentielle Nutzer durch konkrete InterviewInterviews von Beginn an zu regelmäßigen Reviews einbezogen werden.

Usability

Februar 10th, 2010

In der Usability-Praxis wird häufig auf die Definition der ISO-Norm 9214 zurückgegriffen:

“Usability bezeichnet das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und mit Zufriedenheit zu erreichen”

Geht man von dieser Definition aus, wird also der Begriff entweder unübersetzt verwendet oder mit der gängigen deutschen Bezeichnung „Nutzerfreundlichkeit“. Wie diese Definition der internationalen Standardisierungsorganisation festlegt, bezieht sich Usability auf die Benutzbarkeit aller möglichen Produkte. Darunter fallen auch Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens. Donald Norman (1989:257) leitet daraus zwei Regeln als wichtigste Design-Prinzipien zur Verständlichkeit und Verwendbarkeit von Produkten ab:

  • ein gutes konzeptuelles Modell liefern (Benutzer können die Auswirkungen ihrer Handlungen vorhersehen, die durch Erfahrung, Unterweisung und Anleitung gebildet wurden)
  • Dinge sichtbar machen
Quelle: (ISO-Norm 9214), Donald Norman (1989:257)

User Experience

Februar 10th, 2010

(von Benutzerfreundlichkeit)

User Experience (als erweiterter Fokus der Usability) bezeichnet das positive Gesamterlebnis des Benutzers, vom Entstehen des Bedürfnisses über das ganzheitliche Produkt- bzw. Dienstleistungserlebnis bis zum Ende der Benutzung. Sie kann insbesondere ausgedrückt werden durch:

  • Zufriedenheit
  • Spaß
  • Motivation
  • Belohnung
  • Unterhaltsamkeit
  • Prestigegewinn

Benutzbarkeit und technische Funktionalität alleine reichen nicht aus, in zunehmendem Maße spielen Verpackung, Emotionen, Wohlfühl-Charakter, vermitteltes Vertrauen, Fun-Faktor, soziales Dazugehören oder personalisierte Werkzeuge eine immer größere und entscheidendere Rolle für nachhaltige Kundenbeziehungen.